31.3.09

Mount & Blade: Wunsch, Ritter zu werden



"Wenn man doch ein Indianer wäre, gleich bereit, und auf dem rennenden Pferde, schief in der Luft, immer wieder kurz erzitterte über dem zitternden Boden, bis man die Sporen ließ, denn es gab keine Sporen, bis man die Zügel wegwarf, denn es gab keine Zügel, und kaum das Land vor sich als glattgemähte Heide sah, schon ohne Pferdehals und Pferdekopf." Franz Kafka, "Wunsch, Indianer zu werden"

Damit ist schon viel zum Reiz von Mount & Blade gesagt. Programmiert von einem türkischen Ehepaar, in allerbester Independentmanier schon vor endgültigem Erscheinen im Sommer 2008 für die Community zum Spottpreis zu erwerben, offen für endloses Modding und schlicht und ergreifend die beeindruckendste Reitkampfsimulation ever. Ganz abgesehen vom Rest des Spiels - man stelle sich die unverwüstliche Mechanik von "Pirates!" im Mittelaltergewand vor - sind es die Reiterschlachten, die das Spiel bemerkenswert machen. Wie in Kafkas Skizze berauscht man sich am Galopp, handfest gewalttätig hingegen ist der simple, aber überraschend strategische Kampf zu Pferde mit verschiedensten Waffen, der sogar eine Ahnung aufkommen lässt, was es im Mittelalter geheißen haben mag, einem gepanzerten Ritter im vollen Galopp im Weg zu stehen.
Und wer sich im Spiel mit dem Khergit-Khanat anlegt, bekommt einen ungefähren Eindruck davon, wie furchterregend und beeindruckend die Hunnen mit ihrer damals revolutionären Taktik des Bogenfernkampfes auf schnellen Pferden gewesen sein müssen.
Allein wegen dieser Kämpfe, in denen ganze Armeen aus mehreren hundert Reitern aufeinandertreffen, ist Mount & Blade ein Tripel-A-Titel der Indie-Szene. Schöner kann am PC nicht geritten werden.

29.3.09

"The Path" Review auf Telepolis

Yay! Mein Review von "The Path" auf Telepolis.

In the works: Cryostasis



Russische Spiele - und ebenso jene aus der Ukraine - ham ja was Eigenes. Atmosphäre vor allem, dafür darfs auch mal hint und vorn hapern. Cryostasis ist eine rühmliche Ausnahme, soweit ich das bisher beurteilen kann: Da passt vieles, auch wenns zur Größe noch weit wäre. Das Ganze spielt sich wie eine Mischung aus Condemned: CriminalOrigins, einem der (auch wegen deutscher Indizierung) unterbewertetsten Spiele, was Immersion und originelles Spiel mit der Wahrnehmung betrifft, und Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth, das ich jetzt echt mal weiterspielen sollte; seit zwei jahren hänge ich da in Innsmouth rum. Das Setting kennt man aus "Lost Planet" und John Carpenters "The Thing", und nach all dem Winter wird einem richtig kalt beim Zusehen (Pervers: Im Herbst gings mit Far Cry 2 ins Heiße, im Frühling (soll ja angeblich jetzt sein) verschlägts uns an den Polarkreis...).
Bisheriger Eindruck: Gruselige Sache, hervorragend lokalisiert, originelle Rätsel, schön anzusehen, aber scheiße optimiert, und die Kämpfe sind auch nicht grade das Gelbe vom Ei. Aber: die Atmosphäre! Da kriegt man direkt Lust, doch wieder STALKER zu installieren. Ach, Russland. Oder besser: Hach, Ukraine.

Nu School Journalism



Bei uns dauerts noch, auf der Insel ist man hingegen schon bei Stufe 2 des ernstzunehmenden Games-Journalismus angekommen: Verarsche desselben. Kieron Gillen, der damit recht unzweideutig gemeint ist, scheint aber genug Humor zu haben, um das auszuhalten.

27.3.09

One-shots: "Atheist" und "Execution"


Je mehr ich hier darüber schreibe, desto schlechter. Deshalb hier ganz kommentarlos zwei Links: "Atheist" von Zefrank - zum besseren Verständnis hier "Christian" und "Buddhist" - und das ziemlich harte "Execution".
Metagaming, mit philosophischem Anstrich. One-Idea-Gaming, quasi.

26.3.09

Endlich tut mal jemand was dagegen!

"Pressemitteilung
der mysuccess GmbH:
Schüler verzichten auf Killerspiele
Die Politik diskutiert - ein Schülernetzwerk reagiert - Zeichen gesetzt

Alsdorf, 26.03.2009

Die Koalitionsparteien diskutieren nach dem furchtbaren Amoklauf von Winnenden über umfangreiche Konsequenzen. Auf der Liste steht unter anderem das Verbot von sogenannten Killerspielen im Internet, die die Gewalt unter Jugendlichen verharmlosen und die Gewaltbereitschaft in erheblichem Maße fördern.

Wie man diesen Killerspielen Einhalt gebietet, zeigt ein in Deutschland einzigartiges Projekt eines neuen Schülernetzwerkes im Internet. Gründer von mysuccess.de und Geschäftsführer der mysuccess GmbH, Hans Volkmann:"Wir als Schüler-Community haben gegenüber unseren Mitgliedern und gegenüber Eltern, aber auch Pädagogen eine große Verantwortung. Um dieser gerecht zu werden, muss sich bei uns jedes neue Mitglied einem Verhaltenskodex unterwerfen, der den vollkommenen Verzicht von Killerspielen beinhaltet. Nur so können wir Veränderungen direkt an der Basis bewirken. Sollte ein Mitglied unseren Verhaltenskodex nicht akzeptieren, verweigern wir diesem eine Mitgliedschaft in unserer Community. Auch bei einem Verstoß reagieren wir umgehend und schließen das betroffene Mitglied aus unserer Gemeinschaft aus."

Jüngst hat Bundespräsident Horst Köhler angemahnt, schärfere Bestimmungen für Gewalt verherrlichende Killerspiele zu fordern und bezeichnete es als Frage der Selbstachtung, derartige Spiel abzulehnen.

Auch Prominente wie der chinesische Pianist Lang Lang gehen mit gutem Beispiel voran. Er habe sich in der Vergangenheit mit Killerspielen die Zeit vertrieben und sich abgelenkt. "Diese Gedankenlosigkeit können wir uns nach diesem Amoklauf nicht mehr leisten", so Lang Lang."

Alles klar: Diese Gedankenlosigkeit darf man sich nicht mehr leisten, sonst kommt der Blockwart und schmeißt einen aus der erfolgreichen Streberjugend von mysuccess. Klar, durch konsequente Ausgrenzung verdächtiger Sonderlinge erreicht man garantiert, dass sie sich brav und friedlich in die Gemeinschaft eingliedern. Mobbing für den Frieden!

Voila - wieder ein großes Problem der Welt gelöst! Hab ich mir ja gleich gedacht, dass die Eltern, die Gesellschaft und die harmlosen Schusswaffen Sportgeräte nicht dran schuld sein können.

Scarygirl Trailer


Scarygirl Game Trailer from Touch My Pixel on Vimeo.

Scarygirl wird sowas von knuffig. Es zahlt sich schon aus, wenn gelernte Illustratoren wie Nathan Jurevicius unter die Spielgrafiker abwandern.
Es ist unglaublich, wie viel kreative Energien abseits des Mainstreams, im Indiesektor, zutage kommen. Krise der Spieleindustrie, wie erst vor kurzem sogar in der Welt beklagt? Krise der Industrie vielleicht. Abseits davon geschehen gerade andauernd die fantastischsten Dinge. Ist wie Weihnachten. Nur das ganze Jahr über.

Und gratis wirds auch.